Steffen Meyn (27) starb, während er die polizeiliche Räumung des besetzten Hambacher Forsts dokumentierte
Innenansichten von einem hochgradig symbolischen Ort in einer Zeit der Entscheidung:
Angetrieben von einer Faszination für Aktivismus und dem Glauben daran, die Welt zum Besseren ändern zu können, begibt sich der junge Filmstudent Steffen Meyn 2018 in ein Waldstück, das als Hambacher Forst internationale Berühmtheit erlangt hat. Klima-Aktivist*innen haben hier ab 2012 Baumhäuser errichtet, um die Rodung des Waldes durch den Energie-Konzern RWE zu stoppen - und damit auch ein Ende des Braunkohle-Abbaus zu erreichen.
Der 27jährige mit der 360°-Helmkamera findet rasch Anschluss an die Wald-Besetzer in ihren Baumhäusern. Er begleitet die Protestaktion als Journalist, der aus seiner Sympathie für das Anliegen der Aktivisten keinen Hehl macht. Als es im September 2018 zum Showdown zwischen Besetzern und staatlicher Macht kommt, filmt er die Räumungsversuche der Polizei live aus den Wipfeln. Dabei stürzt Steffen Meyn von einer Hängebrücke in die Tiefe und stirbt noch vor Ort. Einer der größten Polizei-Einsätze im Bundesland Nordrhein-Westfalen endet mit dieser Tragödie.
Die Filmaufnahmen aus Meyns Nachlass sind Grundlage dieses Dokumentarfilms. Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff haben Meyns Aufnahmen durch Interviews mit einigen der Wald-Besetzer*innen ergänzt, die nach seinem Tod entstanden und das Geschehen aus zeitlichem Abstand reflektieren. VERGISS MEYN NICHT ist eine eindrucksvolle Studie von Protestierenden, die als letztes Mittel ihr Leben aufs Spiel setzen.
Steffen Meyn war nicht der einzige Mensch, der während der Besetzung des Hambacher Forstes sein Leben verlor. Die Frage bleibt offen, welche exakte Wirkung die Todesfälle im Ganzen, insbesondere aber Meyns Tod bei laufender Kamera hatten. Sicher ist nur: Kurz nach der Räumung im Herbst 2018 verfügte das Oberverwaltungsgericht Münster zunächst einen vorläufigen Rodungsstopp. Anfang 2020 folgte eine politische Einigung zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen. Teil dieser als "Kohle-Kompromiss" bekannten Entscheidung war der endgültige Erhalt der verbliebenen 400 Hektar des Hambacher Forstes.
Im Juni 2026 unterzeichneten Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung und des Energiekonzerns RWE eine Erklärung, die verspricht, dass der Hambacher Forst bis spätestens 2035 in öffentliches Eigentum übertragen wird. Bereits zuvor soll er als „Wildnisentwicklungsgebiet“ dauerhaft unter Schutz gestellt und durch RWE nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden.
Innenansichten von einem hochgradig symbolischen Ort in einer Zeit der Entscheidung:
Angetrieben von einer Faszination für Aktivismus und dem Glauben daran, die Welt zum Besseren ändern zu können, begibt sich der junge Filmstudent Steffen Meyn 2018 in ein Waldstück, das als Hambacher Forst internationale Berühmtheit erlangt hat. Klima-Aktivist*innen haben hier ab 2012 Baumhäuser errichtet, um die Rodung des Waldes durch den Energie-Konzern RWE zu stoppen - und damit auch ein Ende des Braunkohle-Abbaus zu erreichen.
Der 27jährige mit der 360°-Helmkamera findet rasch Anschluss an die Wald-Besetzer in ihren Baumhäusern. Er begleitet die Protestaktion als Journalist, der aus seiner Sympathie für das Anliegen der Aktivisten keinen Hehl macht. Als es im September 2018 zum Showdown zwischen Besetzern und staatlicher Macht kommt, filmt er die Räumungsversuche der Polizei live aus den Wipfeln. Dabei stürzt Steffen Meyn von einer Hängebrücke in die Tiefe und stirbt noch vor Ort. Einer der größten Polizei-Einsätze im Bundesland Nordrhein-Westfalen endet mit dieser Tragödie.
Die Filmaufnahmen aus Meyns Nachlass sind Grundlage dieses Dokumentarfilms. Fabiana Fragale, Kilian Kuhlendahl und Jens Mühlhoff haben Meyns Aufnahmen durch Interviews mit einigen der Wald-Besetzer*innen ergänzt, die nach seinem Tod entstanden und das Geschehen aus zeitlichem Abstand reflektieren. VERGISS MEYN NICHT ist eine eindrucksvolle Studie von Protestierenden, die als letztes Mittel ihr Leben aufs Spiel setzen.
Steffen Meyn war nicht der einzige Mensch, der während der Besetzung des Hambacher Forstes sein Leben verlor. Die Frage bleibt offen, welche exakte Wirkung die Todesfälle im Ganzen, insbesondere aber Meyns Tod bei laufender Kamera hatten. Sicher ist nur: Kurz nach der Räumung im Herbst 2018 verfügte das Oberverwaltungsgericht Münster zunächst einen vorläufigen Rodungsstopp. Anfang 2020 folgte eine politische Einigung zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen. Teil dieser als "Kohle-Kompromiss" bekannten Entscheidung war der endgültige Erhalt der verbliebenen 400 Hektar des Hambacher Forstes.
Im Juni 2026 unterzeichneten Vertreter der nordrhein-westfälischen Landesregierung und des Energiekonzerns RWE eine Erklärung, die verspricht, dass der Hambacher Forst bis spätestens 2035 in öffentliches Eigentum übertragen wird. Bereits zuvor soll er als „Wildnisentwicklungsgebiet“ dauerhaft unter Schutz gestellt und durch RWE nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden.