DORA - Flucht in die Musik (englische Version)

Musik/Historie, Liechtenstein/Kroatien 2022

Das Werk von Dora Pejačević, Komponistin der späten Habsburger-Zeit, verdient größere Bekanntheit

In Kroatien ist die Komponistin Dora Pejačević (1885–1923) fast so bekannt wie Mozart, außerhalb ihrer Heimat jedoch nahezu vergessen. Die Tochter aus adligem Hause nahm Musikunterricht in Budapest, Zagreb, Dresden und München. Ein Studium samt Abschluss an einem Konservatorium blieb ihr jedoch verwehrt; ihre herausragenden Fähigkeiten erwarb sich die Komponistin weitgehend im Selbststudium. Ihr Leben war geprägt von zahlreichen Einschränkungen, die der Zeitgeist der späten Habsburger-Monarchie für Frauen bereithielt. Weder konnte sie die Liebe zu einem böhmischen Adligen leben, noch eine Neigung zu Freundinnen, die über rein platonische Wünsche hinauszugehen scheinen. Und obwohl Dora Pejačević von Jugend an ein beeindruckendes kompositorisches Werk schuf und beharrlich daran arbeitete, sich einen Namen zu machen, blieb ihr ein Platz im Kanon der Musikgeschichte lange Zeit verwehrt. Der Film dokumentiert auch die Bemühungen der Pianistin Kyra Steckeweh, dies im 21. Jahrhundert zu ändern. Dora Pejačević pflegte regen intellektuellen Austausch unter anderem mit der Pianistin Alice Ripper, der Künstlerin Clara Rilke-Westhoff, sowie den Autoren Anette Kolb, Rainer Maria Rilke, Karl Kraus und weiteren prominenten Persönlichkeiten der europäischen Kunst- und Kulturlandschaft am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Lebensmittelpunkt der Komponistin war über lange Zeit das Schloss ihrer Familie in Slawonien in Nordost-Kroatien. Von dort aus brach sie häufig zu Reisen auf, die sie nach Böhmen, aber auch bis nach Ägypten führten. Zeitweise lebte sie in Wien, Budapest, Prag und München. Obwohl ihre Werke zu Lebzeiten in vielen europäischen Städten aufgeführt wurden, verschwanden sie nach ihrem frühen Tod aus den Konzertprogrammen. Die Leipziger OPUS-KLASSIK-Preisträger Kyra Steckeweh und Tim van Beveren begeben sich auf eine Spurensuche zu den Lebensstationen der Komponistin und zeichnen das Porträt einer außergewöhnlichen Frau in einer glanzvollen und zugleich zerrissenen Epoche Europas. Der Film endet mit der Aufführung der Sinfonie in fis-Moll, opus 41, durch das Leipziger Gewandhaus-Orchester unter der Leitung von Andris Nelsons anlässlich des 100. Todestages von Dora Pejačević im Jahr 2023.
117 Min.
HD
FSK 6
Sprache:
Englisch

Auszeichnungen

Florence Film Awards 2022 Bester Dokumentarfilm
Art Film Spirit Awards 2023 Bester Dokumentarfilm
Andromeda Film Festival 2023 Beste Produktion Bestes Plakat

Weitere Informationen

Originaltitel:

DORA - Flucht in die Musik

Originalsprache:

Deutsch

Format:

1,85:1 HD, Farbe

Altersfreigabe:

FSK 6

Sprache:

Englisch

Weiterführende Links:

IMDb

The Movie Database

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